Unterschied zw. BPKOÖ- Gewerkschaften- VKE
Liebe KollegInnen!
Nach unserer gelungenen Kundgebung möchte ich mich mit neuen Informationen an euch wenden.
Vorderhand möchte ich mich im Namen aller Organisatoren entschuldigen, dass es mit der Tonanlage nicht gut funktioniert hat und viele von euch die Reden leider sehr schlecht verstanden haben.
Seit der Demo sind sehr viele Anfragen an uns gekommen, was denn der Unterschied sei zwischen unserer Berufsgruppe BPKOÖ, der Gewerkschaft und dem VKE.
Zum Vergleich haben wir eine Auflistung erstellt, die euch behilflich sein soll um genauere Unterscheidungen treffen zu können. Die Ereignisse seit der Organisation der Demo haben sich ja förmlich überschlagen und deshalb möchte ich zum Verhalten des VKE auch auf diesem Wege nochmals kurz Stellung nehmen.
Unsere Absicht als Berufsgruppe bestand von Anfang an darin, dass auch bei unterschied-lichen Grundhaltungen zwischen den Berufsgruppen, dennoch das gemeinsame Ziel der Verbesserungen für uns im Zentrum der Handlungen stand. Deshalb war es immer von zentraler Bedeutung, dass wir auch den VKE über unsere Absichten stets informiert haben. Darum ging die Einladung zur Demo selbstverständlich auch an den VKE.
Die Reaktionen vom Obmann des VKE, Franz Rosenthaler, sich nicht an der Kundgebung zu beteiligen, sind für mich einerseits nicht akzeptabel, aber dennoch verständlich wenn man weiß, dass die Parteiabhängigkeit gerade in dieser Angelegenheit besonders deutlich sichtbar wird. Verständlich ist für mich dabei, dass - bei dem gegenwärtigen Vorstand des VKE (ÖVP Landtagsabgeordnete, Inspektorin der Fachabteilung, u. a.) die Interessen der Berufsgruppe doch zweitrangig zu sein scheinen. Anders ist es nicht zu erklären, dass in der Woche vor der Kundgebung von Seiten des VKE Mails verschickt wurden, die von der Teilnahme abhalten sollten. Den Schülerinnen der BAKIP wurde ebenfalls von der Teilnahme abgeraten, da sie ja "in der Zukunft einen Job haben wollten"!? In den Aussendungen des VKE wurden Verhandlungsergebnisse bekanntgegeben, die nichts anderes sind als ganz normale, laufende Verfahrensabläufe, die ohnedies im Gang sind. Das alles ist den Interessen unseres Berufsstandes nicht dienlich, sondern dient einzig dem Anliegen von Frau Landesrätin Humer: Beschwichtigen und beruhigen!!!
Der VKE hat bis heute leider kein einziges wirkliches Verhandlungsergebnis zustande gebracht.
Außerdem wurde uns - der BPKOÖ - unterstellt, dass wir nicht mit der Frau Landesrätin reden wollten. Dies, stelle ich ausdrücklich fest, ist die Unwahrheit. Es war zu keiner Zeit daran gedacht, den Verhandlungstisch zu verlassen. Es ist jedoch höchst an der Zeit, dass bei den Verantwortlichen des Landes erkannt wird, dass sprichwörtlich "der Hut brennt". Die bisherigen Reaktionen seit Beginn des neuen Arbeitsjahres zeugen nicht gerade von Problembewusstsein auf Seiten des Landes.
Den Verantwortlichen des Landes wollen wir ganz deutlich sagen: Wir sind nicht gegen das Reden, aber das Reden muss auch Ergebnisse bringen die endlich unsere Lage in der Praxis berücksichtigt und die längst überfälligen Verbesserungen bringen. Wenn das bei den Verantwortlichen nicht verstanden wird, muss es uns auch klar sein, dass für uns auch stärkere Maßnahmen - wie Streik - kein Tabu sein dürfen. Es ist ja nicht so, dass man diesen Schritt leichtfertig setzen möchte, aber man kann uns auch nicht einfach lahmreden.
Deshalb ist es auch wichtig, dass wir uns gewerkschaftlich organisieren. Und jetzt bin ich wieder beim ursprünglichen Grund meines Schreibens. Die Unterschiede der Bedeutung der Berufsgruppen und der Gewerkschaften sind vielen von uns nicht klar. Wir wurden gebeten, einen Vergleich zu geben, wer wofür und wie weit zuständig, bzw. verantwortlich ist.
Die Unterscheidung liegt als eigener Anhang bei. Gesagt sei hier nur so viel: Wenn wir etwas für uns erreichen wollen, dann dürfen wir auch vor einem Streik nicht zurück schrecken! Damit wir allerdings streiken können sollten wir möglichst flächendeckend Gewerkschaftsmitglieder sein, da sonst die rechtliche Basis fehlt und es keine Möglichkeit eines Streiks gibt. Einen Streik darf nur die Gewerkschaft organisieren.
Noch ein wichtiges Detail:
Ein Beitritt zur Gewerkschaft ist kein Beitritt zu einer Partei (weder zu rot, schwarz, grün oder blau). Es geht einzig um die Rahmenbedingungen unserer Arbeit. Der Abschluss eines Kollektivvertrages für unsere Sparte ist längst überfällig und schreit endlich nach einer Lösung. Die Gewerkschaft ist dabei ein überparteilicher Partner für uns, der die rechtliche Basis hat, um gesetzlich verbindliche Lösungen auch für uns zu verhandeln.
Unserer Einschätzung nach schlittern wir immer weiter in die Situation, dass es kaum noch Personal gibt, das sich den Einstieg in unsere Berufswelt antun möchte. Eine Erhöhung der Einstiegsgehälter alleine ist bei weitem nicht ausreichend, um dauerhaft mehr Personal zu finden.
Lassen wir uns unseren Beruf nicht kaputt sparen! Wehren wir uns!
Gottfried Zeiner, Vorsitzender der BPKOÖ
Kompetenzvergleich der Interessensvertre
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Berufsgruppe der PädagogInnen in Kinderbetreuungseinrichtungen Oberösterreichs
Jetzt ist es auch in Oberösterreich soweit. Die Berufsgruppe der PädagogInnen in Kinderbetreuungseinrichtungen Oberösterreichs hat sich jetzt auch in unserem Bundesland als überparteiliche Plattform als Interessensvertretung für die Angelegenheiten und die Anliegen der PädagogInnen formiert.
Was für uns zählt ist einerseits qualitätsvolle Arbeit für unsere Kinder bieten zu können, und andererseits aber auch, dass wir endlich einmal eine Anpassung des Dienstrechtes mit all den längst überfälligen Verbesserungen für unsere Berufsgruppe die einfach nötig sind um engagiertes Personal für unseren Beruf zu begeistern und auf Dauer zu halten. Die Burnoutgefahr steigt auch in unserem Beruf ständig an und viele unserer Kolleginnen und Kollegen stehen am Rande der Belastungsgrenzen. Die Aufgaben die uns übertragen und abverlangt werden steigen ständig an. Die strukturelle Basis und die Entlohnungsbasis sind jedoch schon seit vielen Jahren unverändert, die personellen Ressourcen in einzelnen Gebieten sogar verschlechtert worden. Die Idee, auch das Essen für alle gratis zu machen (was jetzt Gott sei dank so doch nicht kommen wird), lässt uns auch noch schlimmeres erwarten. Diejenigen, die sich das Essen sonst nicht leisten können sollen es auch gratis erhalten, aber nicht alle sind auf ein Gratisessen angewiesen.
Wir sehen unsere Berufsgruppe nicht als Gegnerschaft der Politik, oder gar der zuständigen Fachabteilung des Landes! Wir wollen aber – als Praktiker in der täglichen Arbeit – unser Wissen und unsere Kompetenz einbringen wenn es darum geht, die Rahmenbedingungen für unsere tägliche Betreuung der Kinder auf eine qualitativ hochwertige Basis zu stellen.
Dank an alle KollegInnen
Wir möchten uns auf diesem Weg bei allen bedanken, die sich für unsere Berufsgruppe aktiv einsetzen und uns im Vorstand so tatkräftig unterstützen. Mit der Einsetzung der Bezirksgruppen
haben wir bereits begonnen und so bitten wir euch, dass ihr euch auch in Zukunft noch weiter für unsere Interessen einsetzt.
Mit so engagierten KollegInnen ist es eine Freude für unsere gemeinsame Sache zu arbeiten.
Auch wenn nicht immer alles perfekt läuft, denkt daran:
Wir machen das in unserer Freizeit!
Danke euch allen!
